Lungentransplantation unter Argatroban bei schwerer Heparin-induzierter Thrombozytopenie während extrakorporaler Membranoxygenierung: eine Fallserie
Lung transplantation using argatroban in severe heparin-induced thrombocytopenia during extracorporeal membrane oxygenation: a case series
Fallserie in der Zeitschrift General thoracic and cardiovascular surgery (2020)
Abstract
Lung transplantation during heparin-induced thrombocytopenia (HIT) is controversial and often considered a contraindication because of the risk of increased bleeding and thrombosis in the recipient. Although lung transplantation offers the best chance for cure in end-stage lung disease, the outcome after transplantation is still controversial in patients with HIT. In our center, two patients developed HIT type II during venovenous extracorporeal membrane oxygenation (ECMO) support for acute respiratory failure. They underwent successful lung transplantation using argatroban. The subsequent clinical course was uneventful except evacuation of post-operative hematoma in 1 patient, and they were discharged. Argatroban was successfully used during lung transplant surgery in patients who developed HIT type II during ECMO support. Further studies on the feasibility and safety of lung transplantation using a direct thrombin inhibitor in patients with HIT during ECMO are required.
Abstract aus PubMed (NCBI) für den zitierten Eintrag, in der Originalsprache wiedergegeben. Maßgeblich ist die Fassung der Originalpublikation.
Das Abstract wird nicht übersetzt, damit die eigene Wortwahl der Autoren erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Eine Lungentransplantation bei heparininduzierter Thrombozytopenie (HIT) gilt als kontrovers und wird wegen des Blutungs- und Thromboserisikos häufig als Kontraindikation angesehen. Zwei Patienten entwickelten unter venovenöser extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO) bei akutem Atemversagen eine HIT Typ II und wurden erfolgreich mit Argatroban lungentransplantiert. Der Verlauf war bis auf die Ausräumung eines postoperativen Hämatoms bei einem Patienten unauffällig; beide wurden entlassen. Weitere Studien zu Machbarkeit und Sicherheit dieser Strategie sind aus Sicht der Autoren erforderlich.
Warum dies für die Hirudotherapie relevant ist
Diese Fallserie beschreibt zwei Patienten, die während einer venovenösen ECMO-Unterstützung bei akutem Atemversagen eine heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT) Typ II entwickelten und sich anschließend erfolgreich einer Lungentransplantation unter Antikoagulation mit argatroban, einem direkten Thrombininhibitor, unterzogen, mit einem komplikationslosen Verlauf abgesehen von einer postoperativen Hämatomausräumung. Die Verbindung zur Arzneimittelentwicklungsgeschichte von ASH ist mechanistisch: Das Sekretom des medizinischen Blutegels ist der Ursprung von hirudin und modernen direkten Thrombininhibitoren, und dieser Bericht veranschaulicht, wie die Thrombinhemmung als Heparinalternative in der Hochrisikochirurgie dient, in der Heparin kontraindiziert ist. Der Vorbehalt ist erheblich: Dies ist eine Fallserie mit zwei Patienten, die argatroban (ein synthetisches Mittel) beschreibt, nicht die Blutegeltherapie oder aus Blutegeln gewonnenes hirudin, und die Autoren fordern ausdrücklich weitere Studien zur Durchführbarkeit und Sicherheit, sodass sie nur eine anekdotische, hypothesengenerierende Unterstützung für die Klasse der Thrombininhibitoren bietet.
Verwandte Verbindungen im ASH-Register
Synthetische Arzneimittel, die zum Thema dieser Arbeit gehören. Sie wirken auf dieselben Zielstrukturen wie Moleküle aus dem Blutegel, sind jedoch nicht aus dem Blutegel gewonnen:
Zitation
Lung transplantation using argatroban in severe heparin-induced thrombocytopenia during extracorporeal membrane oxygenation: a case series.
Lee et al. · General thoracic and cardiovascular surgery, 2020
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Zur ASH-Bibliothek hinzugefügt: 28. Mai 2026 · Letzte Aktualisierung der Website: 18. Juni 2026